EuroSkills 2010 in Lissabon

Vom 9. bis 11. Dezember 2010 war die Schweiz mit einer kleinen Delegation an den EuroSkills Competitions in Lissabon, Portugal mit dabei.

 

... und alle kamen mit einer Medaille nach Hause!

 

von Links:Selina Derungs (Dekorationsmalerin) / Heidi Egli (Motorradmechanikerin) / Mirco Gysin (Elektroniker) / Moreno Torroni (Elektroniker) /  Manuel Friedli (Hufschmid); Bild SwissSkills
von Links:Selina Derungs (Dekorationsmalerin) / Heidi Egli (Motorradmechanikerin) / Mirco Gysin (Elektroniker) / Moreno Torroni (Elektroniker) / Manuel Friedli (Hufschmid); Bild SwissSkills

Drei Tage haben sie unter Hochdruck gearbeitet, haben Motoren repariert, Hufeisen geschmiedet, gemalt und elektronische Einheiten entworfen und gebaut – und sie haben es herausragend gut gemacht. Die Schweizer Delegation hat an den EuroSkills 2010 in Lissabon wiederum Spitzenresultate erzielt.

GOLD für Heidi Egli (AG), Motorradmechanikerin; GOLD für Manuel Friedli (SO), Hufschmied; SILBER für Selina Derungs (GR), Dekorationsmalerin; und BRONZE für Mirco Gysin und Moreno Torroni (TI), Elektroniker.

 

Heidi Egli: Die beste Motorradmechanikerin Europas

Als Frau im Beruf der Motorradmechanikerin ist es Heidi Egli gewohnt, unter besonderem Druck zu arbeiten. So war es für sie nichts Neues, die einzige Frau im Feld der Konkurrenten zu sein. Der erste Arbeitstag forderte von ihr alles ab und die drei versteckten Fehler, die sie in nur 60 Minuten finden und beheben musste, brachten sie ganz schön ins Schwitzen. In letzter Minute aber erfüllte sie diese Aufgabe souverän. Überhaupt war Heidi Egli die ganzen drei Tage voll konzentriert an der Arbeit, nahm die Lärmkulisse um sie herum kaum wahr. Dies obwohl gerade sie als Frau auf grosses Publikumsinteresse stiess und zu jeder Zeit von vielen Zuschauern umgeben war. Die zwei folgenden Wettkampftage liefen so gut, dass Heidi Egli die Pausen zwischen ihren Aufgabenmodulen nutzte, um ihre Teamkollegen aus der Schweizer Delegation zu besuchen und anzufeuern.

Die zwanzigjährige Aargauerin meisterte alle Aufgaben konkurrenzlos gut. Sie ist damit nicht nur die einzige Frau in diesem Berufsfeld, sie ist die beste ihres Fachs in Europa. So ging ein grosses Raunen durch die Reihen, als die junge Schweizerin als Goldmedaillengewinnerin aufgerufen wurde. Sie hat sich in einer Männerdomäne gegen alle Männer durchgesetzt. Mit 521 von möglichen 600 Punkten lag sie vor den Teilnehmern aus Deutschland und Portugal. Nach der Siegerehrung meinte sie ausgelassen: «Ich kann es noch immer nicht glauben, bin völlig ‚zum Hüsli us’!» Lachen fügte sie hinzu: «Heute Nacht werde ich die Medaille sogar zum Schlafen um den Hals tragen.» Sie wird nach Ihrer Heimkehr gleich in die wohlverdienten Ferien reisen und erst im neuen Jahr wieder zur Arbeit gehen.

 

Manuel Friedli schmiedet das heisseste Eisen in Europa

Ein gutes Auge, Kraft und Schnelligkeit waren von Manuel Friedli am ersten Wettkampftag gefordert. Der Adlerauge-Wettbewerb, bei dem ein Huf gerade mal 10 Sekunden betrachtet werden darf, um dann in 15 Minuten ein passgenaues Hufeisen aus dem Gedächtnis zu schmieden, verlangte alles an fachlichem Können ab. Der 21-jährige Solothurner zeigte derart grossen Einsatz, dass mitten in der Arbeit der Hammerkopf wegflog.

Trotz der nervenaufreibenden Wettkampfatmosphäre blieb Friedli genügend Zeit, um seinen Konkurrenten auf die Finger zu schauen. «Ich sehe so, wie sie vorgehen. Einige haben ganz andere Methoden.» Gerade das findet er spannend an den EuroSkills in Lissabon. Seine Methode hat sich allerdings als die erfolgreichste herausgestellt. Manuel Friedli konnte sich am Sonntag Abend als bester Hufschmied Europas mit einer Goldmedaille auszeichnen lassen.

Diesen Erfolg hat er nicht wirklich erwartet: «Ich habe schon am ersten Tag gesehen, dass die Konkurrenz ziemlich stark ist.» Durch seine Erfahrung in anderen Wettkämpfen liess er sich jedoch nicht aus der Ruhe bringen und konnte durch seine Gelassenheit und die ruhige Arbeitsweise überzeugen. Er erzielte 528 von 600 Punkten und lag vor den Hufschmieden aus England und Österreich.

 

Selina malte fast alle anderen an die Wand (Silber)

Selina Derungs hatte Ihre Arbeit sehr genau geplant und trotzdem schon am ersten Tag mit Materialproblemen zu kämpfen. Beim Ablösen eines Abdeckbandes löste sich die Untergrundfarbe und warf sie bereits zu Beginn zurück. Die Bündnerin liess sich dadurch aber nicht aus der Ruhe bringen, besserte nach und legte in der Folge eine solide, qualitativ hochstehende Leistung hin. Am letzten Arbeitstag lag sie sehr eng im Zeitplan lag und hatte Angst, dass sie es nicht auf das Podest schafft. Am Ende wurde sie nur gerade vom Kandidaten aus Österreich übertroffen, und lag mit 522 Punkten punktgleich mit der finnischen Kandidatin auf dem hervorragenden zweiten Platz. Selina Derungs wurde so am Sonntag Abend zur Vize-Europameisterin der Dekorationsmaler erkoren, und fühlte sich «super, ich bin mega, mega, mega happy und habe schon 20 SMS an alle Zuhause geschrieben.»

 

Mirco Gysin und Moreno Torroni gehören zu den Besten (Bronze)

Die beiden 21-jährigen Tessiner Mirco Gysin und Moreno Torroni hätten nach den kniffligen Aufgaben nicht erwartet, einen Podestplatz zu erreichen. So hat ihnen Experte Davide Pigazzine am letzten Wettkampftag mitgeteilt, dass es knapp werden würde. Umso mehr freuen sich die beiden über den dritten Platz und die Bronzemedaille. Moreno Torroni: «Ich habe dieses Resultat nicht erwartet, es war wirklich eine Super-Überraschung.»

Mit 511 Punkten lagen die beiden hinter dem Team aus Finnland (Gold) und Portugal (Silber).

 

Das Schweizer Berufsbildungssystem hat sich erneut bewährt

Die EuroSkills 2010 in Lissabon sind nach 2008 in Rotterdam der zweite europaweite Berufs-Wettbewerb überhaupt. Delegationsleiterin Christine Davatz hat sich deshalb gefreut, dass man in Portugal bereits eine so professionelle Organisation antraf. Auch von den Schweizer Teilnehmenden zeigte sie sich beeindruckt: «Einmal mehr zeigen diese Resultate, dass das duale Berufsbildungssystem in der Schweiz eine optimale Vorbereitung für die Lernenden bietet.» Darüber hinaus erachtet sie die mentale Vorbereitung der Kandidatinnen und Kandidaten als ganz wichtig für den Erfolg an solchen Wettbewerben.

Im Nationenvergleich liegt die Schweizer Delegation mit einem Punktedurchschnitt von 520.5 auf dem zweiten Platz hinter Italien (526 Punkte) und vor Österreich mit 517 Punkten.

 

(Medienmitteilung SwissSkills)

Webseite des Schweizer-Teams an den Europameisterschaften 2011 in Lissabon:

http://www.swiss-skills.ch/mikrosites/home.html

 

 

 

 

 

Mehr Infos unter:

SwissSkills

EurosSkills 2010 Lisabon

 

 

Markus Niederer  

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